Jeremias Koschorz |
„Wie bitte? Schauspiel kann man STUDIEREN?"
Wieder einmal blicke ich in die ratlosen Augen einer Bekannten. „Ja", sage ich, „Schauspiel kann man studieren!" Wieder einmal bin ich danach gefragt worden, was ich gerade so mache und wieder einmal antworte ich, dass ich Schauspiel studiere. Ja, wie schön das klingt: Ich studiere Schauspiel! Mir wird es nach wie vor warm ums Herz, wenn ich diesen Satz aussprechen kann. Aber damit verbunden weiß ich auch, dass im nächsten Moment entweder die totale Irritation bei meinem Gegenüber oder die totale Begeisterung ausgelöst wird. Etwas dazwischen gibt's irgendwie nicht. Jedenfalls merke ich, dass Ersteres oft überwiegt. Dabei frage ich mich, warum. Schauspieler ist doch ein Beruf. Einen Beruf muss man lernen und deshalb geht man auf eine Schule. Eigentlich ganz einfach. Dabei denken viele leider immer noch, dass man für das Schauspielersein einfach auf die Bühne geht, irgendwas rumschreit, ein bisschen rumhampelt und dabei möglichst noch gut aussieht, fertig. Ein klein wenig von dem mag ja auch noch stimmen . . .trotzdem braucht man, um gut zu sein, eine gute Schule. Als ich 1999 eine Kinderrolle im Schauspielhaus Leipzig bekam, war mir klar, dass ich das weiter machen will und ein paar Jahre später wusste ich, dass ich Schauspieler werden will! Gesagt, getan, noch während meiner Abizeit begann ich mit den Vorsprechen und nach einem misslungenen Versuch in Potsdam und einem geglückten Versuch in Leipzig, lief mein Motor auf Hochtouren. Die erste Hürde war geschafft, dann kam mein Zivildienst und in dieser Zeit machte ich die 2. und 3. Prüfungsrunde in Leipzig mit . . .und siehe da, am 12. April 2007 hatte ich meinen Zulassungszettel in der Hand. Wie ein Sechser im Lotto! Nun durfte ich mich zu einem der glücklichen Studenten der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig zählen. Nach zwei Jahren harter Grundausbildung folgen zwei Jahre am Studiotheater. Seit der Spielzeit 2009/2010 bin ich nun hier in Halle am neuen Theater als Schauspielstudent. Was kann es besseres geben, als dort zu lernen, wo man später arbeiten will...? Mitwirkend bei: KLIPPENSPRINGER 1: Martin Hanlon in Ein Schädel in Connemara (Martin McDonagh) KLIPPENSPRINGER 8: Mann in Der Weg zum Glück (Ingrid Lausund) |


„Wie bitte? Schauspiel kann man STUDIEREN?"
