Kleiner Mann - was nun?

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von Hans Fallada

Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor hoch. Hat man eine Arbeit, wird sie schlecht bezahlt, so dass man seine Familie kaum davon ernähren kann. Viele Jobs sind befristet oder unsicher und schnell steht man mit leeren Händen da. Reicht die Arbeitslosenunterstützung nicht, muss man sich illegal über Wasser halten oder sich und den Kindern alles versagen. Das Leben wird ungemein mühsam und die Hoffnungen schwinden zusehends. Das ist die Lage im Land. Allerdings im Jahr 1930, jenem Jahr, in dem Hans Falladas Geschichte eines ganz normalen Menschen, Johannes Pinneberg, beginnt. Aber möglicherweise ist das Schicksal der Familie Pinneberg zeitlos, denn sie kämpfen ums nackte Überleben und gegen den sozialen Abstieg in einer furchtbaren Zeit. Was das konkret bedeutet, immer nur Rückschläge und Enttäuschungen zu ertragen und wie man damit fertig wird, erzählt der Roman in einem bis heute kaum erreichten millimetergenauen Realismus. Realistisch scharf ist nicht nur die wirtschaftliche Not der Pinnebergs gezeichnet, sondern auch deren Folge für Leib und Seele. Materielles Elend macht bekanntlich krank, aber noch mehr beschädigt es die menschliche Würde und untergräbt die persönlichen Verhältnisse. Wo die Hoffnungslosigkeit nach und nach in jede Pore eindringt, wo Depression zum Gift wird, das Mann, Frau und Kind zerstören kann, da braucht es eine besondere Widerstandskraft - Charakterstärke, sagte man damals. Mit der kann man dem ärmlichen Milieu zwar nicht entkommen, aber wenigstens rettet man seine Menschlichkeit, jedenfalls bis zur nächsten großen Krise.

Regie: Katka Schroth | Bühne: Christian Beck | Kostüme: Elke von Sivers

Mit: Florian Ulrich Stauch, Louise Nowitzki, Jörg Kunze, Sophie Lüpfert, Natascha Mamier, Axel Gärtner, André Hinderlich, Harald Höbinger, Hartmut Jonas, Enrico Petters, Frank Schilcher

GALERIE (Fotograf: Gert Kiermeyer)

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