Nichts. Was im Leben wichtig ist

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von Janne Teller
für Jugendliche ab 12 Jahre

 

Die Idee ist so einfach wie bestechend: Ein jeder soll sagen, was ihm wirklich wichtig ist. Gemeint sind allerdings keine Nichtigkeiten, sondern dasjenige, wofür es sich zu leben lohnt. Oder zu sterben. Das wird gesammelt, aufgehäuft auf einen Berg der Bedeutung, und dann liegt dort alles, was das Leben wertvoll und wichtig macht. Ein Haufen voll Sinn - so stellen es sich die Mitschüler von Pierre Anthon vor, der aus seinem Leben aussteigt, weil er keinerlei Sinn darin erkennen kann. Der Berg der Bedeutung soll ihm und seinen Mitschülern beweisen, dass nicht alles nichts ist. Denn gibt es nicht offensichtlich Dinge, an denen wir hängen und die uns sehr wohl am Herzen liegen? Zum Beispiel das geheime Tagebuch, die Lieblingspuppe, die eigenen wunderschönen Zöpfe oder das geliebte kleine Haustier? Also rauf damit auf den Haufen, damit der wächst und wächst, bis er schließlich überquillt vor lauter enorm wichtigem Zeugs. Aber was ist daran bedeutend? Vielleicht die Tatsache, dass die zu bringenden Opfer mit dem Haufen immer größer werden, ohne dass die Jugendlichen ihrem Ziel näher kämen? Oder geht es längst nicht mehr um Sinn, sondern nur noch um ein böses Spiel, dem sich alle unterworfen haben, weil sie der Fanatismus treibt, am Ende nicht mit leeren Händen dazustehen? Es wäre nicht das erste Mal, dass die Suche nach einem verbindlichen Sinn ins Gegenteil verschlägt: in einen bedrohlichen, blutigen Feldzug gegen das wirkliche Leben, der am Ende aus ihm erst das macht, wovor wir uns fürchten.

Konzept und Idee: Michael Krenz, Davia Bukowsky


Mit: André Hinderlich, Enrico Petters, Frank Schilcher, Susann Viehweg


GALERIE (Fotograf: Gert Kiermeyer)

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