Zazie in der Metro

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von Raymond Queneau

1900 zur Weltausstellung wird in Paris die erste Metrolinie eröffnet.

1903 wird in Le Havre am Ärmelkanal ein Schriftsteller namens Raymond Queneau geboren.
1959 erscheint in Frankreich ein Roman mit dem Titel „Zazie dans le Métro" (und wird innerhalb weniger Jahre zum Bestseller und seine Hauptfigur zur nationalen Institution).
2000 öffnet in Halle an der Saale eine Bar namens „Zazie" das erste Mal ihre Türen.
2012 im Juni wird die erste Metrostation von Halle auf dem Uniplatz errichtet.

Wie das alles miteinander zusammenhängt, und was das ganze mit einem 12-jährigen, aufmüpfigen Mädchen zu tun hat, das erfahren Sie zur Premiere von „Zazie in der Metro". Das komplette Thalia-Ensemble lädt Sie ein zum diesjährigen Spektakel unter freiem Himmel auf dem Uniplatz.

Sie ist zwölf Jahre alt, rotzfrech und es ist ihr erster Besuch in der großen Stadt. Darauf hat Zazie - so heißt die Kleine - sich wahnsinnig gefreut und zuallererst will sie die berühmte U- Bahn von Paris, die man hier Metro nennt, kennen lernen. Aber ausgerechnet jetzt wird die bestreikt und fährt nicht. Also muss Zazie überlegen, wie sie die aufregende Stadt für sich erobern kann.
Ja, Scheiße, was denn nun? denkt sie sich und nimmt ein Taxi. Das hat ihr Onkel, der auf sie aufpassen soll, organisiert und kaum sind sie eingestiegen, steckt sie schon mitten in einem surrealen Abenteuer, das mit Schau-mal-wie-schön-es-hier-ist nichts zu tun hat. Für‘n Arsch - so ihre Worte - viel lieber will sie auf eigene Faust loslegen.
Die ander‘n könn‘n mich mal, sagt sie kurz und ist auf und davon. Mitten hinein ins Getümmel der Stadt, die sich ihr nicht so schnell erschließt, denn nichts ist, wie es scheint und irgendwie weiß man nicht, woran man ist. Wo ist hier eigentlich oben und unten, hinten und vorne?
Verflixter Scheiß‘, beschwert sie sich und während sie des Diebstahls beschuldigt wird, erklimmt sie den Eiffelturm, verursacht wie nebenbei eine Saalschlacht und quasselt und quatscht sich durch die Nacht. Alles Arschlöcher, sind ihre letzten Worte, bevor sie vor Müdigkeit aus den Kleidern kippt. Zazie und die Stadt - das passt wie die Faust aufs Auge und wenn sie nicht wieder abreisen müsste, könnte man glauben, sie selbst sei die größte Attraktion von Paris. Aber ganz sicher hat sich Zazie glänzend amüsiert. Na, geht so, ...

Regie: Moritz Sostmann | Bühne: Christian Beck | Kostüme: Cornelia Ohlendorf | Musik: Philipp Plessmann

Mit: Annika Ullmann, Natascha Mamier, Frank Schilcher, Florian Schmiemann, Florian U. Stauch, Jörg Kunze, Harald Höbinger, Julia Sontag, Hartmut Jonas, André Hinderlich, Sophie Lüpfert, Axel Gärtner, Enrico Petters, Laura Lippmann, Justus Verdenhalven, Karl-Ernst Müller


GALERIE
(Fotograf: Gert Kiermeyer)

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