Brüderchen und Schwesterchen

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Ein Märchen der Gebrüder Grimm
In einer Fassung von Gabriele Hänel
Für Kinder ab 6 Jahre

Eines der traurigsten und geheimnisvollsten Märchen der Gebrüder Grimm ist »Brüderchen und Schwesterchen«. Ein Geschwisterpaar wächst bei der Stiefmutter auf und entschließt sich eines Tages, davonzulaufen und in den Wald zu fliehen, in eine imaginäre Welt der Fantasie, und dort in Trotz und Einsamkeit zu bestehen. Auf dieser Reise wird das Brüderchen in ein Reh verwandelt, und der König selbst ist es, der Jagd auf das Rehchen macht, bevor er beide auf sein Schloss holt und damit weitere Verwicklungen auslöst. Kurz vor dem verdienten Happy End gibt es einen Satz, der jedem Kind, das dieses Märchen hört, im Gedächtnis bleibt: »Was macht mein Kind, was macht mein Reh? Jetzt komm ich noch einmal und dann nimmermehr.« Brüderchen und Schwesterchen zu sein, ist ziemlich gut, wenn Mama nicht mehr da ist und Papa eine neue Frau heiratet, obwohl man ihn doch selber gern geheiratet hätte. Ziemlich gut ist es, weil man zusammen besser untröstlich verzweifelt sein kann, wenn alles was an Mama erinnert aus dem Haus geschafft wird und man sich bei niemandem beschweren kann. Da setzt man sich Papas alten Hut auf, nimmt Mamas Täschchen und läuft: »Du das Täschchen, ich den Hut! Nein, du das Täschchen, ich den Hut!« in die weite Welt hinaus. Warum müssen kleine Brüder immer so draufgängerisch und ungezogen sein? Und warum müssen Mädchen immer ihre kleinen Brüder retten und letztlich alles ausbaden? Natürlich ist das wahr! Und wer soll das alles erzählen? Der Wind kommt ja viel rum, weil er nicht überall rein kommt und manchmal lediglich verzweifelt an Fenstern rüttelt. Aber er hat gesagt: »Alle Kinder sind Königskinder und schon mal vertauscht worden. Wir haben nicht nur die Eltern, die wir haben, sondern auch die Besten auf der Welt.« Und deshalb wird zuletzt alles gut.

Regie: Moritz Sostmann | Bühnenbild: Christian Beck | Kostüm: Cornelia Ohlendorf

Darsteller:

Schwesterchen: Louise Nowitzki

Brüderchen: Florian Schmiemann

Vater/ König: Jörg Kunze

Stiefmutter/ Hexe: Sophie Lüpfert

Erzähler/ Der Wind: Enrico Petters

 

Inspizienz: Andreas Pietrek

Regieassistenz: Matthias Hlady

Soufflage: Karl-Ernst Müller

 

GALERIE (Fotograf: Gert Kiermeyer)

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