Romeo und Julia

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von William Shakespeare
In einer Übersetzung von Frank Günther

„Mein Auge, sieh´ sie zum leztenmal an, umfangt sie zum leztenmal, meine Arme, und ihr, siegelt, o meine Lippen, mit dem lezten Kuß dem wuchernden Tod eine Verschreibung, die nie wieder abgelöst werden kann---„ Warum? So lautet die Frage des Danachs. Warum müssen zwei Jugendliche, die einander Liebe schwören, sterben? Was wäre wenn es vordergründig um Liebe geht, aber eigentlich die Absicht zu entkommen den Mechanismus des "Sich Verliebens" auslöst. Heute sind Idee und Bilder der Liebe häufig an Kurzlebigkeit und Konsum gebunden. Man begehrt etwas, das Verlangen flackert auf, um gleich nach der Befriedigung wieder zu vergehen. Ganze Industrien bauen am Bild des Idealkörpers, der Liebe und der ewigen Jugend, um diesen Prozess in Gang zu halten. Die Liebe wird körperlich konkret, materiell erfahrbar, ihre geistigen und seelischen Strömungen treten in den Hintergrund, werden ganz ausgeblendet. Was folgt ist eine kometenhafte Verausgabung und das Verglühen am Körper des Anderen, des geliebten Objekts. Diese Rituale wiederholen sich bis zum "Burn Out"! Um dieser Leere, diesem Allein-Gelassen-Sein im Labyrinth der jugendlichen Existenz zu entrinnen, leben und lieben Romeo und Julia in rasendem Tempo. Im Rausch der Flucht verlassen sie die Enge des Seins, treiben aber in das bittere Wasser des Todes und entkommen so scheinbar der eigenen Vergänglichkeit. Ein Mythos wächst daraus: "Only the Good die Young". Aber die jungen Menschen bleiben oft auf der Strecke, alleingelassen, vergessen, sich selbst überlassen. Romeo und Julia, zeit-los / zeit-nah.

Regie: Katka Schroth

Ausstattung: Petra Korink

Mit: Conny Mews, Heike Irmert, Natascha Mamier, Axel Gärtner, Louise Nowitzki, Emanuele Peters, Enrico Petters, Florian Schmiemann, Florian Ulrich Stauch, Frank Schilcher, Harald Höbinger, Jörg Kunze, Paul Mailänder