Klaus Weise


Wie erst heute bekannt wurde, ist der deutsche Dirigent Klaus Weise vor zehn Tagen nach langer Krankheit an seinem langjährigen Wohnort Cagnes-sur-Mer gestorben. Er wurde 86 Jahre alt.

Klaus Weise hat das Orchester des Opernhauses und später die Staatskapelle Halle von 2004 bis 2007 geleitet und von Höhepunkt zu Höhepunkt geführt.

Bereits im Sommer 1996 begeisterte er das Hallenser Publikum mit einer szenischen Version der »Carmina burana« in der Moritzburg. Unvergessen sind seine Neuproduktionen der »Carmen« (2000) als Gast, des von ihm selbst in der Moritzburg auch inszenierten »Bajazzo« (2004), des »Tristan« (2004) mit Stefan Vinke und Kirsi Tiihonen in der Inszenierung René Kollos, der »Tosca« (2005), des »Boris Godunow«, der »Zauberflöte« (2006), des »Rheingolds« (2006) und des »Rosenkavaliers« (2007).

»Er hat uns auf Händen getragen, kannte alle Texte auswendig und dirigierte sogar schwerste Stücke wie Bartóks Konzert für Orchester ohne Noten«, erinnert sich Ks. Romelia Lichtenstein, die unter ihm ihre erste Tosca und Marschallin im »Rosenkavalier« sang. Die Mezzosopranistin Ulrike Schneider vollzog unter Weise mit Carmen, Brangäne und Marina (»Boris Godunow«) den Wechsel ins dramatische Fach: »Ich wäre das ohne ihn nie angegangen. Er hat gefordert, dass wir uns vergessen und immer in der Rolle bleiben. Das hat mich für mein Leben geprägt.«

Bernhard Prokein im Namen des Orchestervorstandes: »Der Name Klaus Weise ist mit Halle zunächst als GMD der Oper wie auch als erster Chefdirigent der 2006 neu gegründeten Staatskapelle eng verbunden. Vom damaligen Opernintendanten, Klaus Froboese, an die Saale geholt, bleiben vor allem einige musikalische Naturereignisse in Erinnerung, die für alle, welche dabei waren, unvergesslich bleiben werden. Opern wie »Carmen«, »Tristan und Isolde« oder »Rosenkavalier« drückte er seinen ganz eigenen, energiegeladenen Stempel auf. In den Konzerten führte er seine Staatskapelle zu Höchstform. Er zählte zu den großen deutschen Dirigenten der letzten Jahrzehnte. Wer ihn erlebte, wird ihn nicht vergessen können.«

Eine weitere Stimme der Staatskapelle fügt hinzu: »Er war die Musik selber.«

Ensemble & Chor der Oper Halle, die Staatskapelle Halle und die gesamte TOOH trauern um einen Ausnahmekünstler.