Thalia Theater

Jugend ohne Gott

Ödön von Horváth | 14 +

© Anna Kolata

Irgendwo in einer Stadt der Provinz, an einem Gymnasium, wo emotionale Verhärtung und Opportunismus den Alltag bestimmen, sieht sich ein 34-jähriger Lehrer gezwungen, eine totalitäre Ideologie zu lehren, die er persönlich als menschenverachtend ablehnt.
Auch wenn ihn sein Gewissen täglich quält, wagt er nicht, öffentlich sein Missfallen an der faschistoiden Gesinnung seiner Schüler zu äußern. Als ihm doch eine Bemerkung zu einem Aufsatz eines Schülers entgleitet, wollen dessen Eltern ihn unverzüglich suspendieren lassen. Es kommt noch schlimmer, denn die Schüler der Klasse schließen sich zusammen, um diesen Vorgang zu unterstützen. Dem Rektor gelingt es, dies zu verhindern und er rät seinem jüngeren Kollegen, sich künftig mit seinen Weltansichten konsequent zurückzuhalten. Schließlich gibt der Pädagoge dem Anpassungsdruck vollends nach, um seine Anstellung zu retten.
Als er kurz darauf mit seiner Klasse zu einer militärischen Ausbildungswoche in ein Zeltlager fährt, kommt es zum Mord an einem Schüler. Verhaftet wird kurz darauf eine junge Waise, die mit ihrer Bande in der Umgebung ihr Unwesen treibt. Es folgt ein spannungsreicher Prozess und die zermürbende Suche des Lehrers nach dem eigentlichen Mörder.

1937 in einem Exilverlag in Amsterdam veröffentlicht, hatte Horváths Roman »Jugend ohne Gott« unvermittelt großen Erfolg und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Seine Erzählung bildet eindrücklich die Erosion demokratischer Qualitätsstandards und die gesellschaftlichen Mechanismen unter der Diktatur des Nationalsozialismus ab und ist dabei von erschütternder Aktualität.

Dauer: 2 Stunden

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