neues theater

Erdfall

Dirk Laucke

Erdfall
© Johanna Baschke

Im Saalekreis tut sich ein Loch auf – wortwörtlich. Ein Erdfall reißt ein Stück Kleinstadt im Saalekreis in die Tiefe und bringt eine Geschichte ans Licht, über der sonst wohl mehrere Schichten Schweigen lägen. Während internationale Rennteams des lokalen Motocross-Events nervös auf die bröckelnde Bodenstruktur blicken und die Lokalpolitik um Fassung ringt, stolpert ausgerechnet Mickie Funke – ein unbeirrbarer Einzelgänger mit hartnäckigem Gerechtigkeitssinn – in die Wahrheit hinein. Eigentlich will er nur seinen vom Erdboden verschluckten Rasentraktor zurück. Doch seine Suche löst eine Kettenreaktion aus: nervöse Lokalpolitik, schweigsame Nachbarschaften, ambitionierte Zugereiste – alle geraten in Bewegung, als Mickie unbeabsichtigt Wahrheiten berührt, die niemand aussprechen möchte.

Der Theater- und Radioautor Dirk Laucke kehrt mit diesem Auftragswerk an die Bühnen Halle zurück und erzählt mit liebevoller Schrägheit, leiser Komik und einem genauen Blick auf regionale Eigenheiten, wie ein Ort ins Wanken gerät, ohne gleich umzufallen.

Ein Stück über Zusammenhalt und Verdrängung, über kleine Heldentaten und große Eitelkeiten – und darüber, wie viel Chaos entsteht, wenn einer einfach nicht lockerlässt. Warm, witzig, menschlich.

Regisseurin Naemi Friedmann, die mit »Die zweite Sonne« ihr Talent für feinen Humor, Menschenkenntnis und das große räumliche Erzählen bewiesen hat, setzt dieses Szenario, das mal zärtlich, mal herrlich absurd wirkt, für das neue theater um.