neues theater

Biedermann und die Brandstifter Ein Stück ohne Lehre

Premiere

von Max Frisch

Biedermann und die Brandstifter
© Johanna Baschke

Wie viel Biedermann steckt in uns? Und ab wann ist Unschuld nur noch eine Ausrede? Max Frischs 1948 entstandene Gesellschaftskritik »Biedermann und die Brandstifter« ist ein Stück von beklemmender Klarheit – und erschreckender Aktualität. Es erzählt von der Selbsttäuschung einer bürgerlichen Gesellschaft, die das Offensichtliche nicht sehen will, von der Bequemlichkeit des Wegschauens und von der fatalen Logik, mit der sich Gewalt und Extremismus einnisten können. Gottlieb Biedermann, unbescholtener Bürger, sieht wie viele andere mit Besorgnis, dass das Brandstiftertum in seinem geliebten Land zunimmt. Als zwei sehr verdächtige Männer vor seiner Tür stehen, die aus ihren Absichten auch gar keinen Hehl machen, lädt Biedermann sie kurzerhand in sein Haus ein und reicht ihnen sogar die Streichhölzer. Wenn die Brandstifter bei mir wohnen, so seine Logik, dann werden sie zumindest nicht mein Haus anzünden. Doch das ist eine fatale Rechnung.

Mareike Mikat ist bekannt dafür, politische und gesellschaftskritische Klassiker mit großer Kraft, Spielfreude und Präzision auf die Bühne zu bringen. Sie vertraut auf das Vergnügen am Spiel, auf scharfe Bilder und einen Humor, der im Hals stecken bleibt sowie auf eine starke Ensembleleistung. So soll »Biedermann und die Brandstifter« zu einem Spiegel unserer Gegenwart werden: Eine Welt, in der Warnzeichen ignoriert, einfache Erklärungen bevorzugt und Verantwortungen gern delegiert werden. Und das alles, so muss man anmerken: leider wieder

Besetzung

Termine