Die Oper

Die Krönung der Poppea

Die Krönung der Poppea

Die Uraufführung dieser Oper liegt schon über 400 Jahre zurück – die Zeit, die sie behandelt, über 2000 Jahre. Monteverdi und seine Librettisten bezogen sich auf Ideen des Philosophen Machiavelli, vor allem das Konzept »virtù«. Der Begriff wird oft als »Tugend« missverstanden, aber er bedeutet mehr als das: Virtù ist Stärke, ist das Verständnis, dass das, was wir tun, in der Ewigkeit nachhallt. Virtù ist die Kontrolle über die Erzählung. Viele glauben, dass »Poppea« eine historische Handlung darstellt, aber man kann die Oper auch anders interpretieren. Die Figuren verhalten sich nicht wie jene Personen, die wir aus historischen Dokumenten kennen, sondern stehen im Widerspruch zu dem, was wir zu wissen glauben. Und sie fordert uns heraus, uns damit zu beschäftigen, dass Geschichte vielleicht nicht nur von den Siegern geschrieben wird, sondern von den Dichtern – und dass es an uns liegt, zu entscheiden, welches Erbe wir hinterlassen wollen