Die Oper

Der Barbier von Sevilla

© Anna Kolata

Dauer: ca. 2 Stunden 50 Minuten

Komische Oper von Gioacchino Rossini
Libretto von Cesare Sterbini nach der gleichnamigen Komödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere: 27.01.2024

Man muss sich Gioacchino Rossini als einen fleißigen Mann vorstellen. 1810 schrieb der gerade einmal 18-jährige seine erste Oper. Mit 20 galt er als angesagtester Opernkomponist Italiens, bis zu seinem 22. Geburtstag hatte er 13 Opern geschrieben und war weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt. Der »Barbier von Sevilla« gilt bis heute als sein unumstößliches Meisterwerk und gehört zu Recht zum Kernrepertoire der Oper.

Die rasante Geschichte um die junge Rosina, die von ihrem habgierigen und eifersüchtigen Vormund Bartolo hinter Schloss und Riegel gehalten und schließlich durch das listige Eingreifen ihres Liebhabers Almaviva und die tatkräftige Unterstützung des Schwarzmarkthändlers, Schwerenöters und Tausendsassas Figaro aus ihrem Gefängnis befreit wird, zieht das Publikum seit mehr als 200 Jahren in ihren Bann. Louisa Proske, Hausregisseurin und stellvertretende Operndirektorin in Halle, spitzt die Handlung der Komödie mit ihrem Team noch ein wenig zu und verlegt sie kurzerhand hinter den eisernen Vorhang. So entfacht sie mit dem Ensemble der Oper Halle ein wahres Komödienchaos in der Plattenbausiedlung eines fiktiven sowjetischen Satellitenstaats, wo Rosina entnervt und gelangweilt von ihrem Hochhausbalkon auf die Straße starrt.

Es wird also turbulent und rasant. Vielleicht genauso turbulent, wie die Entstehungsgeschichte der Oper, für deren Komposition Rossini nur ca. 20 Tage zur Verfügung hatte und bei deren Uraufführung im Karneval 1816 so ziemlich alles schiefging, was schiefgehen konnte: So brach sich der Darsteller des Basilio fast die Nase, als er über eine Falltür stolperte und eine Katze, die sich auf die Bühne geschlichen hatte, sorgte für gehöriges Chaos im Finale.

Das Ensemble der Oper Halle wird diesen unsterblichen Evergreen unter den Opern zu neuem Leben erwecken. Und dies sogar in zweifacher Ausfertigung: Rossini hatte die Rolle der Rosina ursprünglich für einen Mezzosopran vorgesehen, später entstand auch eine Fassung für Sopran – mit Yulia Sokolik und Vanessa Waldhart wird die Partie nun alternierend besetzt, so dass wir mit beiden Versionen aufwarten können.

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