neues theater

Woyzeck

nach dem Stück von Georg Büchner | Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan | Konzept von Robert Wilson | Textfassung von Ann-Christin Rommen und Wolfgang Wiens

Szene aus »Woyzeck«
© Anna Kolata

nach dem Stück von Georg Büchner 
Songs und Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan
Konzept von Robert Wilson
Textfassung von Ann-Christin Rommen und Wolfgang Wiens
Premiere: 20.02.2026

Ein Mensch als Versuchsanordnung. Woyzeck hetzt von einem Job zum nächsten, um seine Familie über Wasser zu halten. Er schneidet den Offizieren die Bärte, schuftet als Soldat und stellt seinen Körper für zweifelhafte medizinische Experimente zur Verfügung. Armut drückt, die Uniform schnürt ein und der Doktor betrachtet ihn als Forschungsobjekt. Woyzecks Welt bricht zusammen, als Marie – sein einziger Halt – sich einem anderen zuwendet. Der Tambourmajor verspricht ihr ein sorgloses Leben und gesellschaftlichen Aufstieg. Zurück bleibt ein Mann, zerrieben zwischen Abhängigkeit und Demütigung, der den Kontakt zur Realität verliert. Gequält, erniedrigt und von inneren Stimmen getrieben, bleibt ihm nur noch Gewalt.
Georg Büchners sozialkritischer Text trifft auf Tom Waits’ Songs – mal roh und aggressiv, mal zerbrechlich und melancholisch. Gemeinsam mit Kathleen Brennan und Regisseur Robert Wilson verwandelte er Büchners fragmentarisches Drama in ein fatalistisch-schönes Musical, das 2000 in Kopenhagen uraufgeführt wurde. In Mille Maria Dalsgaards Inszenierung steht der Mensch als Experiment im Mittelpunkt und zeigt, wie Objektivierung durch Armee, Armut, Arznei und Angst in zerstörerische Muster treibt. Die Musik ist der pochende Herzschlag des Abends: ein Zufluchtsort, ein letzter Ausdruck von Sehnsucht und der Freiheit, die im Gefühlsausbruch noch möglich ist.

Besetzung

Szene aus »Woyzeck«

Pressestimmen

  • Andreas Montag, Mitteldeutsche Zeitung

    »Was an der knapp zweistündigen Inszenierung in Halle beeindruckt, ist neben der engagierten darstellerischen und auch sängerischen Leistung des ganzen Ensembles vor allem die Klarheit des Blicks: Mille Maria Dalsgaard folgt Büchners Text und belässt die Handlung in ihrer Entstehungszeit. Das gibt dem Publikum alle Möglichkeiten, selbst zeitgenössische Anknüpfungspunkte zu finden.«

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