Die Oper

Hoffmanns Erzählungen

Premiere
  • Französisch

Dauer: ca. 3 Stunden 20 Minuten, 1 Pause

Fantastische Oper von Jacques Offenbach
Libretto von Jules Barbier nach dem gleichnamigen Fantastischen Schauspiel von Michel Carré und Jules Barbier
In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Premiere: 16.09.2023

Es gibt wenige Opern, die so viele Ohrwürmer enthalten und so beliebt sind, wie Jacques Offenbachs Meisterwerk aus den 1870er Jahren. Hier zieht »der größte Melodien-Erfinder seit Mozart« (Nikolaus Harnoncourt) die Summe seines Lebens. Offenbach, der Preuße in Paris (er war Kölner), identifiziert sich mit dem Berliner Dichter E. T. A. Hoffmann, der in Frankreich gefeiert wird.
Vordergründig geht es um eine Liebes- und Lebenskrise. Der Jüngling Hoffmann flieht mit seiner Freundin Stella aus der Enge seines Heimatdorfes. Beide sind Künstler. Beide träumen von einer Karriere in der großen Welt. Der Sängerin Stella gelingt es. Sie reist als international gefeierte Primadonna von Bühne zu Bühne. Der geniale Dichter aber verzettelt sich, kriegt nie etwas fertig, flüchtet vor seiner Frustration in den Alkohol. Die Beziehung zu Stella wird zum Eifersuchts- und Albtraum. Heftige Trennungen und verzweifelte Versöhnungen jagen sich. Hoffmann beginnt, Stella in seinen Erzählungen zu dämonisieren. Er denunziert sie als seelenlose Zwitschermaschine, wahnsinnige Künstlerin, perverse Kurtisane, um sich von ihr zu befreien.
Hinter der beliebten Gattung des Künstlerdramas verbirgt sich aber eine ganz andere Geschichte, die das Publikum des 19. Jahrhunderts nicht sehen wollte: Offenbachs eigene nämlich. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg wurde der deutsche Jude in Paris antisemitisch verfolgt. Die Dämonisierung des »Anderen« ist das zentrale Thema im »Hoffmann«. Walter Sutcliffes Neuinszenierung erkundet ihre Variationen im von Jon Bausor entworfenen Zeittunnel mit Kostümen von Dorota Karolczak, dem Team unseres beliebten »Sommernachtstraums«.

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